Kugeln mit Geschichte
Bei "Schmucke Perle" und "Nuts&Pearls" gibts Schätze aus dem Meer
Die Liebe zur Perle kam für Miriam Hebner (38) durch ihren Ehemann. Den
Geschäftsmann aus Togo lernte sie in Deutschland kennen und hat sich
schließlich erst in ihn und dann in die Perlen verliebt. Denn seine Mutter
ist Perlenhändlerin in Togo. In Gesprächen mit ihr und unzähligen
Streifzügen über westafrikanische Märkte wuchs die Faszination.
Zunächst war es nur ein Hobby für die Reiseverkehrskauffrau. Sie lernte bei
einer Goldschmiedin, sammelte Wissen aus Büchern und Museen. Sie häufte
Perlen zu Hause an und fertigte daraus Ketten.
Vor kurzem eröffnete sie die
"Schmucke Perle" im Eppendorfer Weg. Nun reist sie um die Welt und holt die
alten Handelsperlen, die in Venedig gefertigt und in Afrika eingetauscht
wurden, nach Europa zurück. Auch in Schanghai und Tschechien ist sie auf der
Jagd. Ihre Fundstücke stammen aus den Jahren von 1650 bis 1950 und haben
viel zu erzählen.
"Bei einer alten Perle spürt man die Geschichte. Das geht
auch auf die Trägerin über", erklärt Hebner ihre Faszination.
Bei ihr gibt es nur Unikate - Ketten, Armbänder, Ohrringe. Und zu jedem
Schmuckstück ein kleines Exposé. Zum Beispiel gibt es gelbe Perlen in einem
Armband (56 Euro), die in Tschechien hergestellt wurden und magische Kräfte
haben sollen. Eine klassische Süßwasserkette ist gespickt mit grünen
Chevron-Perlen aus Venedig (189 Euro). "Manche lassen ihre eigene Kette mit
alten Perlen aufpeppen", sagt Hebner.Darüber hinaus fertigt sie nach Maß und
"auch schräge Ideen sind natürlich möglich". (...)
Hamburger Morgenpost vom 24. 3. 2006